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7 Tipps für eine grenzüberschreitende Partnerschaft und für eine erfolgreiche Teilnahme

16/12/2016
von Andrew McCoshan
Sprache: DE
Document available also in: EN SV FI HU LV ES FR IT PL NL ET LT PT

Was macht eine Partnerschaft effizient? Andrew McCoshan, Themenkoordinator für Qualität im Bereich Erwachsenenbildung von EPALE, gibt einige Tipps, die auf seiner eigenen Erfahrung beruhen.

 

Eine der dankbarsten Erfahrungen bei der Teilnahme an einem europäischen Projekt ist der Aufbau und Erhalt einer Partnerschaft für die Durchführung des Projekts. Wie aber können wir sicherstellen, dass die Partnerschaft ein Erfolg ist?

Also – einfache Antworten gibt es hier nicht. Aber es gibt einige Grundvoraussetzungen, auf die man achten muss, um die Chancen für den Erfolg der Partnerschaft zu verbessern. Nicht nur, um eine grenzüberschreitende Partnerschaft durchzustehen, sondern auch, um dauerhafte Beziehungen zwischen Menschen und Organisationen aufzubauen.

Hier ist meine Liste. Was würden Sie hinzufügen?

 

1. Ich kann das und das – was kannst Du?

Eigentlich ist es selbstverständlich, dass man sich vorab darüber klar wird, wer in einer Partnerschaft wofür verantwortlich ist. Aber in einem grenzüberschreitenden Kontext ist es noch um einiges wichtiger, sehr klare Vorstellungen darüber zu haben, was von jedem Partner erwartet werden kann, denn Sprachprobleme und kulturelle Unterschiede können Ursache für Missverständnisse sein. Eine Partnerschaft bietet auch einen Reichtum an Wissen und Fähigkeiten. Daher ist es von Vorteil, herauszufinden, wer über welche Fähigkeiten verfügt und sie auf die Projektaufgaben abzustimmen.

Tipp: Gehen Sie nicht unbedingt davon aus, dass jeder weiß, was er zu tun hat, nur weil er der Partnerschaft beigetreten ist – sorgen Sie dafür, dass die Partner über ihre Kompetenzen und ihre Aufgaben während der Startperiode des Projekts diskutieren, und klären Sie Missverständnisse frühzeitig auf.

 

2. Solide Partnerschaften sind enge Partnerschaften … und Enge erfordert Zeit plus gute persönliche Beziehungen

Die informellen persönlichen und sozialen Aspekte einer Partnerschaft sind genauso wichtig wie die formalen. Die Möglichkeit, sich gegenseitig kennenzulernen, spielt eine wichtige Rolle beim Aufbau der persönlichen Beziehungen, die als „Kitt“ für den Zusammenhalt der Partnerschaft dienen. Sie sind auch wichtig, um die unterschiedlichen Kulturen und Werte in einer Partnerschaft zu verstehen.

Tipp: Vergessen Sie nicht, Gelegenheiten zum persönlichen Kennenlernen der Partner zu organisieren.

 

3. Die Welt ist ein Dorf

Das stimmt. Aber auch Dorfgemeinschaften funktionieren nicht von selbst: Die Dorfbewohner brauchen viele Gelegenheiten, um miteinander über formale Themen zu kommunizieren, aber auch informelle Treffen. Die Partner werden sich in Bezug auf ihre Erfahrungen in grenzüberschreiter Arbeit und in ihren Sprachkenntnissen erheblich unterscheiden. Sie brauchen Gelegenheiten, um ein gemeinsames Verständnis für die Ziele und die erforderlichen Fortschritte aufzubauen.

Tipp: Nutzen Sie während der Projekttreffen Diskussionsrunden am runden Tisch, um Einsichten zu sammeln, so dass jeder Teilnehmer die Chance hat, etwas dazu zu sagen.

 

4. Ich bin nicht schuld!

Auch in Partnerschaften kommen Konflikte, Fehler und vielleicht sogar Krisen vor. Es ist wichtig, dass die Partnerschaft einen Plan hat, wie mit solchen Situationen umgegangen werden soll. Hier sind partizipatorische Projektmanagement-Ansätze wichtig, die sicherstellen, dass alle Partner bei der Lösung der Probleme helfen, vor allem angesichts der kulturellen und Werteunterschiede.

Tipp: Achten Sie darauf, dass Sie zu Beginn Ihres Projekts ausführlich darüber diskutieren, wie die Partnerschaft mit Fehlern und Konflikten umgehen soll.

 

5. Klein, aber fein … stimmt manchmal

Je nachdem, um welche Partnerschaft es sich handelt, werden Sie sich für eine kleine Lenkungsgruppe von wichtigen Partnern entscheiden, die regelmäßig zusammenkommen und die Koordinierung des Projekts unterstützen. Im Allgemeinen funktioniert das auch – auf diese Weise können rasch Entscheidungen getroffen werden. Aber darüber muss man vorab eine Übereinkunft erzielen.

Tipp: Es ist wichtig, dass alle Teilnehmer wissen, dass es eine kleine Lenkungsgruppe gibt und dass auch alle damit einverstanden sind.

 

6. Was hat sie gesagt?

In grenzüberschreitenden Partnerschaften wird normalerweise Englisch für die Kommunikation genutzt. In der Regel haben die meisten Teilnehmer recht gute allgemeinsprachliche Kenntnisse im Englischen. Aber bei Fachbegriffen sieht das anders aus. Selbst so einfache Begriffe wie „Lernen” haben in den einzelnen Ländern unterschiedliche Bedeutung.  

Tipp: Stellen Sie ein Glossar der wichtigsten Begriffe zusammen, und einigen Sie sich auf eine einheitliche Definition der Begriffe.

 

7. Noch ein weiteres Meeting …

Seien wir ehrlich – niemand hat Interesse an noch mehr Meetings. Und grenzüberschreitende Partnerschaften sind keine Ausnahme. Natürlich müssen die Fortschritte bei solchen Projekten geprüft werden. Aber es ist nicht die Hauptaufgabe von Erziehern, an Diskussionsrunden teilzunehmen!

Tipp: Warum nicht die didaktischen Erfahrungen von Partnern nutzen, um über kreative Wege nachzudenken, wie die Partnerschaft geleitet werden soll und wie man die unvermeidlichen Meetings vermeiden kann? 

 


Andrew McCoshan ist seit über 25 Jahren in der Aus- und Fortbildung tätig. Seit mehr als 10 Jahren hat er sich auf Strategieentwicklungsstudien und -bewertungen für die EU spezialisiert. Derzeit arbeitet Andrew als freiberuflicher Berater und als ECVET-Experte für Großbritannien. Darüber hinaus hat er als Experte für Qualität für das  Transnational Learning Network on mobility for disadvantaged youth and young adults des Europäischen Sozialfonds gearbeitet.

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1 - 3 von 3 anzeigen
  • Bild des Benutzers Maria Anversa Grasso

    Very interesting article. I would like to add two more tips.

    The first one, don't forget to plan and implement regular monitoring activities, using quantitative and qualitative indicators (questionnaires, surveys, interviews) to measure progress and success in terms of achievements of objectives and results; this allows to reveal the strenghts and weaknesses, assuring a correct evaluation of the project itself.

    Secondly, focus the dissemination activities before, during and after the partnership. You need to disseminate both tangible and intangible results by differents means (seminars, videos, websites, articrafts, exhibitions, eTwinning and other European platform) at a local, national and international level in order to guarantee the sustainability of the project also beyond its end.

  • Bild des Benutzers Hélène Paumier

    Merci Andrew pour ce post. Votre article fait écho à une publication sur EPALE nommée " Réaliser un projet : une histoire de communication" qui traite des compétences interculturelles, de la communication dans la mise en oeuvre d'un projet transnational : /en/node/23035 ( also available in english /en/blog/carrying-out-project-it-all-about-communication). 

  • Bild des Benutzers Anna Kwiatkowska

    Great article, thank You.

    What could be added? BYOD (Bring Your Own Device).... and use all means of remote communication - Skype, WhatsApp, TeamViewer, Facebook groups etc. This makes our communication and cooperation live regardless the distance.