Blog
Blog

Die 6 besten kostenlosen Fotodatenbanken für den Bildungsprozess 2020

„Besser einmal sehen als hundertmal lesen“ gilt auch für die Erwachsenenbildung. Lehrmittel und auch Marketingmaterialien, die eine geeignete Graphik einsetzen, haben im Vergleich zu reinen Texten Oberwasser. Wenn Sie aber keinen fähigen Graphiker zur Hand haben, kann die graphische Gestaltung schwierig werden. Zum Glück finden Sie im Internet ganz einfach fertige Bilder von hoher Qualität zur sofortigen Verwendung, und dies unentgeltlich und legal. Wir zeigen Ihnen eine Auswahl von sechs solcher Internetseiten (Fotodatenbanken)..

Der menschliche Geist hat sich tausende Jahre lang in einer Umgebung aus Bildern, Geräuschen und weiteren Sinneswahrnehmungen entwickelt. Diese Schicht des menschlichen Geistes ist noch immer aktiv und sogar schneller als die neueren Schichten, zum Beispiel jene, die Texte und andere Symbole verarbeitet. Bilder können weit schnellere und stärkere Emotionen auslösen als purer Text, was dazu beiträgt, sich das Gelernte einzuprägen. Darüber hinaus haben viele Menschen ein „visuelles Gedächtnis“, sie merken sich also am besten Dinge, die sie sehen.

Wirklich kostenlos? Und ist das legal?

Die kurze Antwort lautet: kann es sein, man muss aber vor allem aufpassen!

Die Bilder, die Sie im Internet finden, gehören jemandem, und in der Regel behält der Urheber auch all seine Urheberrechte (auch wenn Sie selbst mit dem Handy eine leere Straße fotografieren, sind Sie gemäß dem Urheberrechtsgesetz der Urheber und eignen alle Rechte). Die Verwendung eines solchen Bildes kann eine Art Diebstahl sein und auch die kleingedruckte Information „Quelle: Internet“ hilft da nicht. Für formelle Bildungseinrichtungen gibt es im Urheberrechtsgesetz verschiedene Ausnahmeregelungen bei der Verwendung solcher Materialien. Wenn Sie in einer solchen Einrichtung unterrichten und eine solche Ausnahmeregelung in Anspruch nehmen wollen, empfehle ich Ihnen, diese genau durchzulesen (in diesem Beitrag gehen wir nicht näher darauf ein), andernfalls werden Sie sich auf sehr dünnem Eis bewegen. Es geht aber auch einfacher.

Die Urheber können auch absichtlich auf einige ihrer Rechte verzichten. Sie tun dies aus verschiedenen Gründen, manche wollen auf diese Weise billig Werbung machen, manche wollen ihr künstlerisches Talent unter Beweis stellen und wieder andere wollen einem guten Zweck dienen. Die Absichten sind verschieden, aber die Vorgehensweise ist die gleiche - die Verwendung einer freien Lizenz. Typischerweise wird die Lizenz irgendwo beim Bild angegeben.

Wie geht das mit den Lizenzen?

Gleich kommen wir zur eigentlichen Internetseite. Zuerst müssen wir aber noch das mit den Lizenzen klären, damit Sie beim Unterricht bedenkenlos Bilder verwenden können.

Bezahlte Lizenzen:

  1. Lizenzpflichtig (englisch “Rights-managed (RM)”): Sie zahlen für eine bestimmte Verwendung und dürfen das Bild nicht anderweitig verwenden;
  2. Lizenzfrei (englisch “Royalty-free (RF)”): die Bezeichnung deutet zwar auf eine vollkommende Unentgeltlichkeit hin, tatsächlich zahlen Sie aber einmal (und nur einmal) und dann können Sie das Bild unbegrenzt nutzen, wobei Sie auch nicht für die Anzahl der Benutzungen oder nach dem Verdienst zahlen.

Bezahlten Lizenzen werden wir uns in diesem Beitrag nicht weiter widmen. Wir konzentrieren uns auf die unentgeltlichen Lizenzen.

Unentgeltliche Lizenzen:

  1. Public domain (PD) / Creative Commons Zero (CC0): die Urheberrechte zum Bild sind abgelaufen oder haben niemals existiert (zum Beispiel gab es im Mittelalter kein Urheberrechtsgesetz), sodass Sie das Bild praktisch nach eigenem Belieben verwenden;
  2. Creative Commons (CC): CC sind die bekanntesten der sog. „öffentlichen Lizenzen“, es gibt verschiedene Arten und von diesen hängt es ab, was Sie mit einem Bild anstellen können;
  3. eigene Lizenz der jeweiligen Fotodatenbank: hier gibt es die meisten Unterschiede, also lesen Sie sich die Informationen auf der Internetseite der Fotodatenbank genau durch; in der Regel können Sie die Bilder aber unentgeltlich und auch kommerziell nutzen, sie dürfen aber nicht in andere Fotodatenbanken eingespielt bzw. nicht ohne Änderung verkauft werden.

Die in diesem Beitrag genannten Fotodatenbanken sind kostenlos.

Es gibt aber noch einen kleinen Haken bei den Creative Commons (CC). Einige von ihnen (konkret CC BY-NC und CC BY-NC-SA) erlauben nur eine nicht kommerzielle Verwendung. Da lautet aber die Frage, was genau „nicht kommerziell“ bedeutet. Die Meinungen gehen auseinander, doch das Argument (zumindest nicht allein), dass es nicht zur Gewinnbildung kommt oder dass das Material von einer gemeinnützigen Organisation verwendet wird, kann da nicht bestehen. Wenn Sie sich nicht tiefgehender mit dem Urheberrecht befassen wollen, sollten Sie Lizenzen „nur für nicht kommerzielle Verwendung“ besser meiden

0. Google Bilder

https://www.google.com/imghp?hl=sk

Google Bilder nenne ich außerhalb der Hauptliste, weil es sich nicht um eine Fotodatenbank handelt. Ich gebe es aber trotzdem an, denn (seien wir ehrlich) Sie werden da zuerst suchen ;-)

Google sucht für Sie Bilder im gesamten Internet, und dies nach einem Suchbegriff – ohne Kategorien, ohne Qualitätsverwaltung und ohne eine Unterscheidung der Urheberrechte. Damit nur freie Bilder angezeigt werden, suchen Sie zuerst nach Ihrem Suchbegriff und gehen Sie dann im Angebot oben auf „Suchfilter“ und anschließend auf „Nutzungsrechte”. Wählen Sie hier das Recht (die Lizenz) aus, die Sie verwenden wollen. Überprüfen Sie aber immer zur Sicherheit auch die Internetseite des Bildes.

1. Unsplash

1

https://unsplash.com

Unsplash bietet über 1,5 Millionen Fotos mit konsistent hoher Qualität. Neben einer Suchfunktion bietet er auch Themenbereiche. Die Seite verwendet eine eigene, sehr freie Lizenz.

2. Pixabay

https://pixabay.com

Pixabay zählt zu den bekanntesten Fotodatenbanken, und das ist wirklich kein Zufall! Ihre Bildersammlung ist bewunderungswürdig. Neben Fotos findet man hier auch zahlreiche Cliparts und Illustrationen und sogar auch einige Videos. Wenn Sie denken, dass Sie Pixabay häufig verwenden werden, lohnt sich eine Registration. Dank dieser müssen Sie beim Downloaden von Bildern kein Captcha ausfüllen. Ein gewisser Nachteil besteht darin, dass die Bildqualität nicht so durchgehend hoch ist wie z. B. bei Unsplash, der große Umfang kompensiert dies aber in der Regel.

3. Gratisography

https://www.gratisography.com

Gratisography, ein persönliches Projekt von Ryan McGuire, ist außergewöhnlich durch seinen spezifischen Style, oftmals surrealistisch. Im Vergleich zu den anderen Fotodatenbanken verfügt diese hier nicht über so große Bildermengen, wenn Sie aber etwas Extremes suchen, sind Sie hier genau richtig.

4. Pikwizard

https://pikwizard.com

Viele Fotodatenbanken bieten haufenweise Fotos von Menschen on offensichtlich arrangierten Posten und mit einstudiertem Gesichtsausdruck. Ein paar davon gibt es auch bei Pikwizard, aber die Basis bilden Fotos von Menschen in Alltagssituationen mit natürlichem Verhalten. Die Lizenzen (ja, es gibt zwei Versionen) sind deutlicher umfangreicher als bei anderen Fotodatenbanken, was den Anfang etwas erschwert. Wenn Sie diesen aber überwinden, bekommen Sie Zugang zu hochwertigen Fotos von natürlich aussehenden Menschen.

5. Pexels

https://www.pexels.com

Pexels bietet eine breite Auswahl (überwiegend) künstlerisch origineller Fotos unter einer sehr übersichtlichen und einfachen Lizenz. Die Fotos können über Schlüsselwörter aufgerufen werden, man kann sie in eigene Themenbereiche speichern und die Urheber verfolgen. 

6. Wikimedia Commons

6

https://commons.wikimedia.org

Wikimedia Commons nimmt auf dieser Liste einen besonderen Platz ein, und dies dank des enormen Einflusses auf die Bildung. Es handelt sich nämlich um einen Multimediaspeicherplatz für die bekannteste Enzyklopädie  – Wikipedia (und auch deren Schwesterprojekte). Das Angebot ist enorm und umfasst momentan über 63 Millionen Dateien! Die Qualität ist dabei aber sehr unterschiedlich, die Dateien werden auf Urheberrechte geprüft, doch im Grunde ist eine geringe Fotoqualität kein Grund für die Entfernung. Bei den einzelnen Kategorien können Sie daher die Option nutzen, bei der nur hochwertige Dateien angezeigt werden. Leider ist die Benutzerumgebung nicht so intuitiv wie bei klassischen Fotodatenbanken.

Speziell sind auch die verwendeten Lizenzen. In der Regel werden die sehr freien Creative Commons verwendet, es gibt aber auch tausende Dateien mit anderen Lizenzen. Daher muss man bei der Verwendung besser aufpassen. In der Regel muss der Urheber angegeben werden, wovon viele Fotodatenbanken inzwischen absehen. Andererseits können Sie sich eine Kopie des gesamten Wikimedia Commons anfertigen, was Fotobanken normalerweise strikt verbieten.

Wie wählt man nun aus?

In diesem Beitrag habe ich nur einige Fotodatenbanken vorgestellt, bei etwas Suche finden Sie noch viel mehr. Wie wählt man da die Richtige aus?

Zuerst sollte man sich überlegen, welches Ziel man mit dem Bild erreichen will. Das surrealistische Bild eines Menschen im Kaninchenkostüm ist schließlich etwas ganz anderes als ein ausgezeichnet belichtetes Foto eines Gebirges bei Sonnenuntergang. Da die einzelnen Fotodatenbanken immer mehr Inhalt für einen bestimmten Bereich anbieten, sollten Sie das bei der Auswahl im Auge behalten.

Außerordentlich wichtig ist die Qualität. Ist die Qualität konsistent hoch, werden Sie bei der Suche nicht durch schwache Bilder aufgehalten. In diesem Falle ist es besser, eine Fotodatenbank mit strengerer Qualitätskontrolle zu verwenden.

Da sich die Lizenzen in einigen Details unterscheiden, müssen Sie sich damit auskennen (insbesondere bei finanziell anspruchsvolleren Projekten). In diesem Beitrag habe ich nur Services vorgestellt, bei denen es keine großen Probleme geben sollte.

Fazit

Bilden helfen Ihnen, Ihre Bildungsprojekte für Erwachsene angenehmer und besser zu gestalten – vom Marketing bis zum eigentlichen Unterricht. Für die meisten Zwecke genügen kostenlose Bilder aus dem Internet, Sie müssen nur auf die Urheberrechte achten (ich wiederhole: „Quelle: Internet“ ist hier nicht ausreichend, schließlich zitieren Sie Ihre Quellen auch nicht mit „Quelle: Buch“, nicht wahr :)). Schon jetzt haben Sie unzählige Möglichkeiten und jeden Moment zeigen sich neue. Also tun Sie den ersten Schritt und verwenden Sie bei Ihrer Weiterbildung Bildmaterial vollkommen legal und kostenlos.

Michal Matúšov

Über den Autor: Michal ist langjähriger Aktivist für freie Bildung, Mitbegründer von „Wikimedia Slowakei” und “Esperanto und Freies Wissen”, Praktikant bei E@I im Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps

Textlizenz: CC BY 4.0

 

 

Login (26)

Sie möchten eine andere Sprache?

Dieses Dokument ist auch in anderen Sprachen erhältlich. Bitte wählen Sie unten eine aus.
Switch Language

Want to write a blog post ?

Don't hesitate to do so! Click the link below and start posting a new article!

Neueste Diskussionen

EPALE 2021 Schwerpunktthemen. Fangen wir an!

Das vor uns liegende Jahr wird wahrscheinlich wieder sehr intensiv, und daher laden wir Sie ein, es mit Ihren Beiträgen und Ihrer Expertise zu bereichern. Beginnen Sie doch einfach, indem Sie an unserer Online-Diskussion teilnehmen. The Online-Diskussion findet am Dienstag, dem 09. März 2021 zwischen 10.00 und 16.00 Uhr statt. The schriftliche Diskussion wird mit einem vorgeschalteten Livestream eröffnet, der die Themenschwerpunkte für 2021 vorstellt. Die Hosts sind Gina Ebner und Aleksandra Kozyra von EAEA im Namen der EPALE Redaktion. 

Zusätzlich

EPALE Diskussion: Vermittlung von Grundkompetenzen

Grundkompetenzen sind transversal. Sie sind nicht nur relevant für die Bildungspolitik,  sondern auch für Beschäftigungs-, Gesundheits-, Sozial- und Umweltpolitiken. Der Aufbau schlüssiger Politikmaßnahmen, die Menschen mit Grundbildungsbedürfnissen unterstützen, ist notwenig, um die Gesellschaft resilienter und inklusiver zu gestalten. Nehmen Sie an der Online-Diskussion teil, die am 16. und 17. September jeweils zwischen 10.00 und 16.00 Uhr auf dieser Seite stattfindet. Die Diskussion wird von den EPALE Thematischen Koordinatoren für Grundkompetenzen, EBSN, moderiert. 

Zusätzlich

EPALE Diskussion: Die Zukunft der Erwachsenenbildung

Am Mittwoch, dem 8. Juli 2020, lädt EPALE von 10.00 - 16.00 Uhr zu einer Online Diskussion zur Zukunft der Erwachsenenbildung ein. Wir wollen über die Zukunft des Bildungssektors Erwachsenenbildung sowie die neuen Chancen und Herausforderungen diskutieren. Gina Ebner, EPALE-Expertin und Generalsekretärin der EAEA, moderiert die Diskussion.

Zusätzlich

Nächste Veranstaltungen

24 Oct
2021
Upcoming

Speak Up!

Belgien
Eupen