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Mit neuen Ideen für das Sprachenlernen zurück aus York

12/07/2019
- EPALE Deutschland
Sprog: DE
Document available also in: CS

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Die Dächer von York (© Radomir Rezny)
Die Dächer von York

Heike Stephan-Koblizek ist Fremdsprachendozentin an der Volkshochschule Fichtelgebirge. In diesem Blog-Beitrag berichtet sie von ihrem Fortbildungsaufenthalt im Vereinigten Königreich im Rahmen des Erasmus+ Mobilitätsprojektes "Bildung europaweit".


Vom 31. Juli 2017 bis zum 4. August 2017 habe ich in York, einer Stadt im Norden von England, die Fortbildung Spice Up your Teaching Ideas an der Ausbildungseinrichtung York Associates besucht.

Dies war das erste Mal, dass ich an dem Erasmus+ Programm teilgenommen habe. Bisher hatten sich meine Fortbildungsmaßnahmen auf das lokale Angebot beschränkt. In York fand ich es sehr hilfreich und bereichernd, in einem englischen Umfeld zu sein, wo sowohl innerhalb des Kurses, als auch im Alltag englisch gesprochen wurde.

Meine Teilnahme an dieser Fortbildung in England ist damit zu erklären, dass ich einerseits meine sprachlichen und kulturellen Kompetenzen erweitern und festigen und andererseits meine Kurse gerne abwechslungsreicher gestalten wollte. Nach langjähriger Dozententätigkeit (17 Jahre) hatte ich das Bedürfnis, meine Unterrichtsgestaltung zu überdenken und neue Ideen und Impulse zu bekommen.

Aufgabenbezogenes Lernen

Am ersten Tag der Fortbildung, an dem noch fünf weitere Dozenten teilnahmen (aus Spanien, Tschechien, Deutschland und zwei englische Trainer von York Associates selbst), hat unsere Trainerin Helen mit uns über die Lehrmethoden der Vergangenheit und Gegenwart gesprochen und wir haben darüber diskutiert, was uns persönlich wichtig ist beim Unterrichten. Außerdem hat sie uns das task-based learning (TBL) näher gebracht. Hier werden echte Kommunikationssituationen geschaffen und durch offene Aufgabenstellung bekommen die Schüler die Möglichkeit individuell und kreativ an die Aufgabe heranzugehen. Oft geschieht dies in Partner- oder Gruppenarbeit. Das TBL ist meiner Meinung nach sehr sinnvoll und effektiv.

Wortschatz oder Grammatik?

Am zweiten Tag stand erst eine theoretische Behandlung des lexical approach auf dem Programm. Dieser geht davon aus, dass Sprache nicht als lexikalisierte Grammatik, sondern als grammatikalische Lexik funktioniert. D.h. der Wortschatz – und nicht die Grammatik – spielt die wichtigere Rolle beim Spracherwerb und man sollte sich somit auf seine Vermittlung konzentrieren. Im Anschluß wurden uns Aktivitäten aufgezeigt, wie man dies lebendig und interessant gestalten kann.Diese waren: running dictation, remote control dictation, drama activities außerhalb des Kursraumes und das Spiel Tabu.

Videos und Lieder als Grundlage zum Sprachenlernen

Am dritten Tag lag der Schwerpunkt auf der Verwendung des Internets und der mobilen Geräte (Smartphone, Tablet), dem Verwenden von Videos und dem Hören und Besprechen von Liedern/Liedtexten. Dazu haben wir konkrete Beispiele getestet, wie z.B. das Ansehen eines kurzen Videos ohne Ton. Die Teilnehmer gehen paarweise zusammen und nur einer sieht das Video an und muss dem zweiten Teilnehmer berichten, was er gerade sieht. Danach spricht man gemeinsam über den Inhalt des Videos und schaut es zusammen an. Das war sehr kommunikativ und unterhaltsam. Zu den Liedern haben wir mehrere Beispiele bearbeitet. Erst bekamen wir einen Liedtext als Lückentext und sollten, ohne das Lied gehört zu haben, in Paararbeit diskutieren, welche Worte in den Lücken inhaltlich Sinn machen würden. Dann haben wir das Lied angehört. Im Anschluß erhielten wir wieder in Paararbeit einen Liedtext, dessen Strophen in falscher Reihenfolge aufgeführt waren. Es war dann unsere Aufgabe die richtige herauszufinden und unsere Ideen zu begründen. Anschließend haben wir unsere Ergebnisse mit dem Liedtext beim Anhören des Liedes verglichen.

Doch wieder Grammatik?

Am vierten Tag des Trainings stand die Vermittlung von Grammatik auf dem Programm und es wurde die Frage diskutiert; ob Grammatik wirklich die Wichtigkeit hat; die ihr bei der Fremdsprachenvermittlung beigemessen wird. Wir bekamen Ideen zur Vermittlung von Grammatik, wie z.B. das grammaring von Zeitungsüberschriften. Außerdem wurden uns cuisinnaire rods gezeigt; eine Art Bauklötze in unterschiedlichen Größen und Farben, mit deren Hilfe man unterschiedliche Satzarten bauen kann. Damit kann z.B die Wortstellung in Fragen eingeübt werden.

Weniger Lehrbücher - mehr Kommunikation?

Am fünften Tag stand ein alternativer Ansatz – das Dogme - auf dem Programm. Das Dogme gilt einerseits als eine Methodenlehre des Fremdsprachenunterrichts und andererseits ist es ein kommunikativer Ansatz des Sprachenlernens. Hier will man auf Lehrbücher verzichten und setzt stattdessen auf den kommunikativen Austausch zwischen dem Lehrenden und den Lernenden. Außerdem wurde über englisch als lingua franca gesprochen, also als eine Verkehrssprache, die von Menschen mit unterschiedlichen Muttersprachen zum Zweck der Kommunikation verwendet wird. Schließlich haben wir abschließend die vergangenen Kurstage diskutiert und Anregungen für webinars, blogs und Bücher bekommen.

Fortbildung in Europa: eine echte Bereicherung

Insgesamt war diese Fortbildung sehr informativ und hat mir zahlreiche Anregungen für meinen Unterricht gegeben. Sicherlich werde ich vieles umsetzen und anwenden, vor allem das Verwenden von Videos und Liedern hat mich persönlich angesprochen. Diese konkreten Ideen waren für mich sehr viel hilfreicher, als die Teile des Trainings, in denen wir Lehrmethoden in der Theorie besprochen haben. Außerdem war es sehr bereichernd, sich mit Kollegen aus anderen Ländern auszutauschen und viel Neues von unserer Dozentin Helen zu erfahren. Das Training hat auf jeden Fall zu einer Erweiterung des Wissens in meinem Fachgebiet beigetragen. Mein Fazit ist sehr positiv und ich kann eine Fortbildung in einem englischsprachigen Land nur empfehlen. Sie ist sowohl in beruflicher, als auch in persönlicher Hinsicht eine Bereicherung und ich würde mich immer wieder dazu entscheiden.

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Kofinanziert durch das Programm Erasmus+ der Europäischen Union
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