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Steigerung der Wahlbeteiligung bei den EU-Parlamentswahlen: Instrumente für Erwachsenenbildner/innen

22/05/2019
- Andrew McCoshan
Sprog: DE
Document available also in: EN EL HR HU FI SV ET

/en/file/eu-elections-adult-learningEU elections adult learning

EU elections adult learning

Lesedauer circa 4 Minuten - Lesen, liken und kommentieren!

Originalsprache: Englisch

EPALE-Themenkoordinator Andrew McCoshan zeigt, wie die Arbeit des Europarats zur Entwicklung von Kompetenzen eingesetzt werden kann, welche Grundvoraussetzung für eine effektive politische Partizipation sind.​

Europa steht vor großen politischen Herausforderungen. Die anstehenden EU-Parlamentswahlen stehen im Zeichen eines Trends, der von einer über viele Jahre hinweg abnehmenden Wahlbeteiligung geprägt ist. 1979 gingen noch 62 % zur Wahlurne, 2014 waren es nur noch 43 %. Eine besonders geringe Wahlbeteiligung verzeichnet man bei Erwerbslosen (31 %), Arbeiterinnen und Arbeitern (35 %), Hausfrauen und -männern (37 %) sowie in der jüngeren Bevölkerung (28 % bei 18- bis 24-Jährigen). Der wichtigste Grund für die Nichtwählerinnen und Nichtwähler ist ein „allgemeiner Vertrauensverlust der Politik gegenüber“. Dieses fehlende Vertrauen in die demokratischen Institutionen Europas ist durchaus alarmierend. Wir müssen anhand neuer Denkansätze über unseren bisherigen Horizont hinweg nach Wegen suchen, wie sich eben dieses Vertrauen in die Politik wiederherstellen lässt.

Erwachsenen die erforderlichen Kompetenzen an die Hand geben

Auf nationaler Ebene werden zwar Maßnahmen verfolgt, um Schulkindern die Grundlagen einer aktiven demokratischen Bürger/innenschaft zu vermitteln, doch auch Erwachsenen müssen die nötigen Kompetenzen an die Hand gegeben werden, um ihnen eine effektive Partizipation an politischen Prozessen zu ermöglichen. Aber worum geht es dabei genau? Der Europarat hat sich intensiv mit dem Thema Kompetenzen für eine demokratische Kultur auseinandergesetzt. Die Ergebnisse bieten Trainer/innen im Bereich der Erwachsenenbildung hilfreiche Instrumente und Materialien. 

Wie die nachfolgende Grafik zeigt, werden vier Kompetenzgruppen identifiziert. Der Europarat betont allerdings ausdrücklich: „In realen Situationen werden Kompetenzen selten einzeln mobilisiert und eingesetzt. Stattdessen schließt kompetentes Verhalten stets die Aktivierung und Anwendung einer ganzen Reihe von Kompetenzen ein.“

/en/file/citizenship-competencesCitizenship competences

Citizenship competences

Welches Wissen, welche Fähigkeiten und welche Einstellungen sind nun entscheidend für eine effektive Beteiligung an politischen Prozessen wie beispielsweise Wahlen? In den Veröffentlichungen des Europarats wird eine ganze Reihe möglicher erforderlicher Kompetenzen identifiziert, die eng miteinander verknüpft sind, wie:

  • Wissen und Verständnis in Bezug auf politische Konzepte, einschließlich Demokratie, sowie darüber, wie politische Meinungsverschiedenheiten friedlich beigelegt werden können;
  • Wissen und Verständnis dazu, wie demokratische Institutionen arbeiten, welchen Bedrohungen sie derzeit ausgesetzt sind und welche unterschiedlichen Möglichkeiten der aktiven Beteiligung sich für jede und jeden Einzelnen bieten, etwa im Rahmen der Zivilgesellschaft oder innerhalb von Nichtregierungsorganisationen;
  • Wissen zu Kommunikation, zur freien Meinungsäußerung und zu deren Grenzen sowie darüber, wie politische Botschaften, Propaganda und Hassparolen in den Massenmedien und auf digitalen Kanälen verbreitet werden;
  • Kommunikationsfertigkeiten zur Artikulation politischer Ansichten in unterschiedlichen Medien – in verbaler und schriftlicher Form;
  • kulturelle Anpassungsfähigkeit, um einen kultursensiblen Austausch und Diskurs mit Personen zu ermöglichen, deren wahrgenommene kulturelle Zugehörigkeit sich von der eigenen unterscheidet;
  • analytische und kritische Denkweise sowie die Fähigkeit, die eigene Argumentation angemessen an politische Themen anzupassen;
  • solides Wissen und Verständnis bezüglich aktueller politischer Themen und die Fähigkeit, die Ansichten anderer zu kritisieren und deren Argumente zu beurteilen.

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie bietet jedoch eine valide Ausgangsbasis für Lehrkräfte im Bereich der Erwachsenenbildung für die Überlegung, in welchem Bereich unter Umständen weitere Anstrengungen zur Kompetenzentwicklung der Lernenden, mit denen sie arbeiten, erforderlich sind.

Der richtige pädagogische Ansatz

In einer weiteren Veröffentlichung zeigt der Europarat, wie solche Kompetenzen anhand Lehr- und Lernmethoden vermittelt und weiterentwickelt werden können. Hier wird erläutert, wie Lehrende relevante Aspekte in den Lernprozess einbinden können, um ihre Bildungsmaßnahmen zur Kompetenzentwicklung für eine demokratische Kultur entsprechend planen zu können. Diese lassen sich auf die Partizipation an politischen Prozessen übertragen:

Einsatz von Prozessen in der Erwachsenenbildung zur Förderung der politischen Partizipation

Erfahrung

Lernen durch Erfahrung, ganz gleich ob es sich dabei um eigene oder durch andere vermittelte Erfahrungswerte handelt, ist eine gute Methode, um eine von Respekt und Offenheit geprägte Haltung in politischen Prozessen zu entwickeln. In der Praxis lässt sich dies über Spiele, Aktivitäten, traditionelle und soziale Medien, persönliche Interaktion mit anderen oder über schriftliche Korrespondenz realisieren.

Abgleich

Lernende können von der Konfrontation mit unterschiedlichen politischen Meinungsbildern profitieren. Häufig gleichen sie das Vertraute mit dem nicht Vertrauten ab und bewerten das, was für sie unbekannt ist, als „bizarr“, „schlechter“ oder gar „unzivilisiert“. Lehrende müssen einen solchen Werteabgleich erkennen und in einen Verständnisabgleich umwandeln, bei dem Parallelen und Unterschiede unvoreingenommen betrachtet und die Perspektive des jeweiligen Gegenübers eingenommen wird.

Analyse

Betrachtet man die Parallelen und Unterschiede genauer, so findet sich die Erklärung für eben diese Diskrepanzen im politischen Meinungsbild. Bei der Vermittlung von Inhalten und Wissen können Lehrkräfte die Lernenden dabei unterstützen, objektiv zu analysieren, was sich möglicherweise hinter den Handlungen und Aussagen anderer verbirgt. Dies lässt sich beispielsweise anhand gewissenhafter Diskussionen und Analysen oder durch eine auf einer sorgfältigen Recherche basierenden Untersuchung schriftlicher oder Audio-/Videoquellen erreichen.

Reflexion

Neben Abgleichen, Analysen und Erfahrungen muss Zeit und Raum für Reflexionen und die Entwicklung von kritischem Bewusstsein und Verständnis eingeräumt werden. Insbesondere Personen, die formale und non-formale Bildungsmaßnahmen begleiten, müssen sicherstellen, dass dafür bewusst Raum und gesonderte Zeit bereitgestellt werden und dass dies nach einem strukturellen Plan geschieht.

Aktion

Die Reflexion kann und sollte die Grundlage für entsprechende Aktionen sein: für das Miteinander mit anderen im Dialog und für die Einbindung verwandter Aktivitäten mit anderen. Lehrkräfte und bei der Vermittlung von Weiterbildungsmaßnahmen beteiligte Personen können politische Debatten fördern und die Beteiligung an Wahlen unterstützen.

Quelle: Nach Auszügen aus Kapitel 2, Council of Europe, Reference Framework of Competences for Democratic Culture: Volume 3 Guidance for implementation

Selbstverständlich lässt sich allein mit Maßnahmen in der Erwachsenenbildung das Problem der immer geringeren politischen Partizipation nicht beheben. Eine einfache und schnelle Lösung gibt es nicht. Mit der Weiterentwicklung und praktischen Umsetzung der Arbeit des Europarats bietet sich jedoch ein hoffnungsvoller Ansatz für eine positive Trendwende.


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Lesen Sie hierzu auch die anderen Artikel aus der EPALE Themenwoche: Europawahl 2019 - Europa gemeinsam gestalten!


Über den Autor: Andrew McCoshan ist seit über 30 Jahren als akademischer Wissenschaftler und Berater in der Aus- und Weiterbildung in Europa tätig. Er ist derzeit Senior Research Associate im Educational Disadvantage Centre an der Dublin City University in Irland.

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  • Teodor GHITESCUs billede
    Pedagogia europeana orientează educația spre consolidarea unui stat federal, numit Uniunea Europeana, care funcționează, de la înființare, în ilegalitate constituțională. În aceste condiții (lipsa legitimității juridice validate de majoritatea populației) nu se poate vorbi de democrație, ci de antidemocrație, în care o minoritate dictează legi împotriva majorității populației (controlul privat asupra intereselor publice, conform proiectului constituției UE, respins de singurele 3 referendumuri organizate).
    Aceasta dogmatizare politica a educației alterează profund gândirea noii generații spre adevărata democrație: guvernarea în slujba majorității populației și nu în slujba unei minorități bogate, lacome și sadice, adică o întoarcere a filosofiei de viață spre evul mediu, nu spre rezultatele științei și tehnologiilor din mileniul III!
    Mai mult, conținuturile educației sunt orientate spre o economie autodistructivă (după teoria economică marginalistă, un sofism malefic), împotriva rezultatelor științelor fundamentale și a celor destinate conducerii științifice socioeconomice, bazate pe filosofia de vârf a cunoașterii: filosofia sistemică (având două curente, realist - teoria Jay Forrester, accesibilă oricărui absolvent de liceu și cibernetică - Norbert Wiener, accesibilă doar celor cu pregătire matematică superioară și în programarea calculatoarelor).
    Spre abordarea sistemică realistă a cunoașterii se orientează tot mai multe științe socioeconomice, inclusiv pedagogia. Iată o scurta sinteză a ceea ce ar trebui să învețe dascălii (formatorii) pentru a nu-și mai manipula discipolii: https://www.academia.edu/38067783/Presentation_The_Systemic_Pedagogy_and...