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Abzeichen für nicht-formales Lernen im Bereich Kulturerbe & Kultur

03/05/2019
od Julie Focquet
Jazyk: DE
Document available also in: EN PL

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Originalsprache: Englisch


Im heutigen Europa, dessen Gesellschaft und Arbeitsumfeld einem schnellen Wandel ausgesetzt sind, reicht für die Lernenden eine (formale) Erstausbildung und berufliche Weiterbildung nicht mehr aus. Zusätzliche Schulungen, Weiterbildung, Erwachsenenbildung, nicht-formales Lernen, informelles Lernen, Lernen am Arbeitsplatz etc. – all dies sind Elemente des Lebenslangen Lernens, mit denen der Bedarf an Aus- und Weiterbildung in der heutigen Welt gedeckt werden kann.

Im Bereich des nicht-formalen Lernens gibt es weniger „Grund“ für eine Validierung des Inputs, da die Qualität dieses Inputs und der Kontext, in dem dieser angeboten wird, weniger stark kontrolliert werden. Andererseits kann ein Mensch jedoch „fähig“ sein, im richtigen Kontext das Richtige zu tun. Warum sollte diese „Fähigkeit“ also nicht validiert werden, unabhängig vom jeweiligen Kontext, in dem sie erworben wird? Es ist an der Zeit, sich mit der Validierung des Outputs zu befassen: mit den Lernergebnissen und erworbenen Kompetenzen.

Es kann im Leben eines Menschen viel mehr Orte und Umstände – außerhalb der Schule und des Arbeitsplatzes – geben, an denen Kompetenzen erworben und ausgebaut werden können. So bieten beispielsweise die Freiwilligenarbeit, die gesellschaftliche (soziale) Teilhabe und der Kulturbereich vielfältige Möglichkeiten, außerhalb des beruflichen Umfelds die eigenen Kompetenzen, die für das persönliche und berufliche Fortkommen wertvoll sind, weiterzuentwickeln.

Validierung des Lernens im Bereich Kultur/Kulturerbe

Stellen wir uns einmal Folgendes vor: Ein Jugendlicher oder Erwachsener besucht ein Museum (oder einen Naturpark, eine historische Stätte usw.). Dabei schaut er genau hin, hört zu, agiert, beteiligt sich, lernt etwas und bekommt am Ende seines Besuchs oder zuhause die Möglichkeit, seine neu gewonnenen Erkenntnisse unter Beweis zu stellen, und wird daraufhin mit einem digitalen Abzeichen ausgezeichnet.

Digitale Abzeichen sind Online-Zertifikate, mit denen der Erwerb verschiedenster Kompetenzen bescheinigt wird. In den USA werden digitale Abzeichen zum Beispiel von der Mozilla Foundation (https://openbadges.org/) erstellt und beworben. Der Wert und das „Gewicht“ „kultureller Abzeichen“ ist jedoch verschieden und uneinheitlich, da es in den bestehenden Systemen für die Organisationen, die diese Abzeichen vergeben, kaum Standards für die Lernkonzepte im kulturellen Bereich oder die Qualität der entsprechenden Validierungsverfahren gibt.

Aus diesem Grund ruft ein europäisches Konsortium, das vom Landkreis Kassel koordiniert wird, nun ein neues Erasmus+-Projekt ins Leben: BADGES für qualitativ hochwertige Lernkonzepte und die Validierung des nicht-formalen Lernens im Bereich Kultur/Kulturerbe. Mit dem Projekt BADGES soll ein standardisiertes europäisches Validierungs- und Auszeichnungssystem geschaffen werden, bei dem elektronische Abzeichen vergeben werden, die auf qualitativ hochwertigen Lernkonzepten und der Validierung des nicht-formalen Lernens im Bereich Kultur/Kulturerbe basieren.

Ziel dieses Projekts ist:

  • die Schaffung eines methodischen Rahmens für die Erstellung eines geeigneten Konzepts und die Schaffung geeigneter Bedingungen für kompetenzbasiertes nicht-formales Lernen im Bereich Kultur/Kulturerbe
  • die Entwicklung einer Methode für die Definition geeigneter kulturstättenbasierter Kompetenzen, die mit der jeweiligen Stätte, ihrer Funktion und Aufgabe in Verbindung stehen und den Bedürfnissen und Prioritäten des ET 2020 gerecht werden
  • die Erarbeitung von Standards für ein kulturbezogenes und kulturstättenbasiertes Lernen durch Entwicklung von Lernpfaden für Kultur- und Kulturerbestätten
  • die Entwicklung eines Standardkonzepts für den Nachweis und die Validierung von nicht-formalem Lernen im Bereich Kultur
  • der Entwurf verschiedener aussagekräftiger Abzeichen in Bezug auf verschiedene Kompetenzarten und Niveaustufen
  • die Unterstützung der Schaffung einer „Abzeichen-Kultur“ als Teil eines Konzepts für die persönliche und berufliche Weiterentwicklung und Beschäftigungsfähigkeit.

Es besteht keine Notwendigkeit, „den nicht-formalen Sektor zu formalisieren“. Nicht alle Zielgruppen benötigen eine Validierung, nicht alle „Besucher von Kulturstätten“ möchten eine Validierung. Es sollte die Möglichkeit geben, sich für oder gegen die Validierung zu entscheiden. Dem Bereich Kultur & Kulturerbe sollte jedoch klar sein, dass die Gesellschaft von einer systematischen Validierung der Kompetenzen, die durch nicht-formale Lernprozesse im Bereich Kultur erworben werden, wirklich profitieren kann. In einer Welt, in der immer schneller Befähigungsnachweise ausgestellt werden, in der Qualifikationen immer stärker benötigt werden, kann der nicht-formale Bereich zur Sichtbarkeit, Anerkennung und zum Wert persönlicher und sozialer Kompetenzen in der Gesellschaft und im Berufsleben beitragen. Mit einem standardisierten Abzeichen-System kann er einen Beitrag zur Kultur des Lernens, der persönlichen und sozialen Entwicklung, Validierung und Beschäftigungsfähigkeit leisten.

Für alle Beteiligten sind mit der Einführung von Validierungssystemen für das Lernen im Bereich Kultur zahlreiche Vorteile verbunden. Auf sozialer und persönlicher Ebene können dadurch Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen und Motivation gestärkt und der Zugang zu partizipativen Strukturen und/oder sozialen Aktivitäten erleichtert werden. Im Bildungsbereich lässt sich Zugang & Transfer verbessern, zu Selbstreflexion über bereits erworbene Fähigkeiten anregen und Feedback zu den Lernprozessen oder Lernkarrieren geben. Auf wirtschaftlicher Ebene kann der Zugang zu Beschäftigung/Beförderung verbessert werden. Dies könnte vor allem für Gruppen von Vorteil sein, die in Bezug auf Selbstwertgefühl, Motivation und den Wiedereintritt in das formale Lernen benachteiligt sind.

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Das Projekt Badges startete im November 2017 und läuft über einen Zeitraum von zwei Jahren. Zu den Fortschritten und Ergebnissen wird in Kürze Näheres berichtet.

Badges-Partner

  • Landkreis Kassel (DE), Koordinator
  • Landcommanderij Alden Biesen (BE)
  • BUPNET Bildung und Projekt Netzwerk (DE)
  • Instituto Politecnico de Leiria (PT)
  • Trendhuis (BE)
  • Malopolska Institute of Culture (PL)
  • PLATO – Leiden Univ. (NL)
  • Associazione Culturale Imago Mundi Onlus (IT)

Über den Autor: Guy Tilkin ist Geschäftsführer von Alden Biesen, einem wunderschönen Kulturdenkmal, internationalen Kultur- und Kongresszentrum und touristischen Anziehungspunkt in der belgischen Provinz Limburg.


Lesen Sie hierzu auch:

EPALE-Schwerpunkt: Die Validierung von Kompetenzen in Europa

Video Loon BADGES pilot (EN)

DELPHI vermittelt europäische Werte und Identität über Kulturerbe

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  • Obrázek uživatele Johanni LARJANKO
    Great to see more interest in Open Badges! We have been working in various badge processes within non-formal adult education for quite some time now. Currently we have a slew of 9 badges open for adult educators, free to take. More about us and our project at http://openbadge.blog Let's keep in touch!
  • Obrázek uživatele Karin DRDA-KÜHN
    Dear colleagues,

    thanks to the German EPALE team I learned about your project. We are implementing another Erasmus+ Strategic Partnership focussing on the validation of non-formal and informal learning, please have a look at our ValCoVol website www.valcovol.eu or https://www.facebook.com/Valcovol/. PLease add our data to your mailing list, we will do the same. We would also like to publish an information about your project in our Best Practice section if you can provide us with a short text and - preferably - a picture: http://valcovol.eu/best-practice/ .

    Kind regards, Karin Drda-Kühn / Kultur und Arbeit e.V. - www.kultur-und-arbeit.de
  • Obrázek uživatele Julie Focquet
    Dear Karin
    Thank you for your reaction. We will get in touch. Keep on the good work and maybe 'till soon. 
    We don't have a website yet, but that is work in progress. As soon as we are further in the project, we will communicate about it more.
    Kind regards

    Julie