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AES Ergebnisse in Deutschland und Österreich: Jede/r zweite macht eine Weiterbildung

19/05/2015
Език: DE

Laut Adult Education Survey haben in Deutschland besonders Frauen, Arbeiter sowie Un- und Angelernte aufgeholt. Dies ist auch aus europäischer Sicht erfreulich.

Im Jahr 2014 haben 51 Prozent aller Deutschen im erwerbsfähigen Alter an mindestens einer Weiterbildungsmaßnahme teilgenommen. Damit ist der Wert gegenüber 2012 um weitere zwei Prozentpunkte gestiegen, was die seit 2010 zu beobachtende steigende Weiterbildungsbeteiligung in Deutschland bestätigt. Dies ist ein Ergebnis des Adult Education Survey (AES) 2014, mit dem das Weiterbildungsverhalten der Bevölkerung erhoben wird.

Über zwei Drittel der Weiterbildungsaktivitäten sind der betrieblichen Weiterbildung zuzuordnen. Dementsprechend ist die Weiterbildungsbeteiligung in Deutschland bei den Erwerbstätigen mit 58 Prozent am höchsten. Aber es holen auch Gruppen auf, die bislang weniger am lebenslangen Lernen teilgenommen haben. So hat sich die Teilnahmequote bei den Gruppe der Arbeiter unter den Erwerbstätigen um sechs Prozentpunkte, die bei den Un- und Angelernten um sieben Prozentpunkte auf jeweils 44 Prozent erhöht. Ebenfalls aufgeholt haben die Frauen: Während die Teilnahmequote bei den Erwerbstätigen schon im letzten AES ausgeglichen war, beteiligen sich nun auch in der Bevölkerung insgesamt Männer und Frauen gleich häufig an Weiterbildung.

Das Deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat diese positive Entwicklung in den letzten Jahren mit vielfältigen Maßnahmen und Förderprogrammen wie dem Aufstiegsstipendium und der Bildungsprämie unterstützt. Seit Anfang des Jahres hat das BMBF außerdem einen Telefonservice zur Weiterbildungsberatung eingerichtet. "Wir unterstützen die Bürgerinnen und Bürger dabei, sich intensiv mit Fragen von Weiterbildung und beruflicher Qualifikation zu beschäftigen. Denn nur wer die Weiterbildungsmöglichkeiten kennt, kann für sich passende Angebote aussuchen", so Bundesministerin Wanka.

Der Adult Education Survey wird seit 2007 im Abstand von zwei bis drei Jahren nicht nur in Deutschland durchgeführt, sondern in insgesamt 30 europäischen Ländern. Er hat das Berichtssystem Weiterbildung abgelöst, mit dem schon seit über dreißig Jahren Daten zum Weiterbildungsverhalten der Bevölkerung erhoben wurden, und harmonisiert die bisherigen Erhebnungen europäisch: Die Anlage der Studie in Fragestellungen, Sample und grundlegenden Begrifflichkeiten sind nun in den teilnehmenden Staaten angeglichen, so dass die Daten besser und einfacher vergleichbar sind. Dadurch wird der AES zusammen mit den anderen großen Studien wie PIAAC, CiLL oder dem CVTS zu einem Instrument der Hamonisierung im Rahmen der Offenen Methode der Koordinierung.

Der AES in Österreich

In Österreich wurde der Adult Education Survey das letzte mal im Jahr 2011/12 durchgeführt.  Auch hier konnte man in den Jahren zu dem vorgehenden Adult Education Survey in 2007 ein Zuwachs zu verzeichnen. Kamen 2007 noch 39,8%  der Erwachsenen ab 25 Jahren in Kontakt mit nicht-formaler Bildung, waren es fünf Jahre später schon 45,5%.

Die Studie listet auch Daten zum Informationszugang zu Bildungsangeboten sowie zu Bildungshindernissen auf. Junge Erwachsene suchen demnach häufiger nach Informationen  über Aus- und Weiterbildung als ältere (33,6% gegenüber 22,6%). Ein möglicher Grund ist, dass 21% der Kernpopulation angeben, keine Computerkenntnisse zu besitzen. Schließlich ist das Internet die häufigste Informationsquelle. Auch bei den Fremdsprachenkenntnissen haben junge Erwachsenene mit 88,8% die Nase vorn. Zum Vergleich: Nur 78,2% der 25- bis 64-Jährigen sprechen eine oder mehrere Fremdsprachen.

Wirkliche Unterschiede zeigen sich bei den Bildungshindernissen. Junge Menschen werden vor allem durch Arbeitszeiten, und in geringerem Maße auch aus persönlichen oder familiären Gründen, von Weiterbildung abgehalten. Für ältere Menschen sind familiäre Verpflichtungen bereits Hinderungsgrund Nummer eins. 17,5% der Frauen und 8,2% der Männer geben an, deshalb keine Aus- und Weiterbildungsangebote zu nutzen. Die Arbeitszeit rangiert auf Platz zwei der Hindernisse, allerdings mit einem ähnlich hohen Prozentsatz wie bei den jungen Erwachsenen. JedeR Dreizehnte der 25- bis 64-Jährigen gibt an, die Angebote wären zu weit entfernt oder zu teuer (7,7% bzw. 7,2%).

Mit der Österreichischen Strategie für lebensbegleitendes Lernen 2020 hat die österreichische Regierung strategische Ziele im Bildungsbereich definiert. Einige davon betreffen auch die Erwachsenenbildung und können anhand der Ergebnisse der AES überprüft werden. Das Ergebnis ist positiv: Die Teilnahmequoten an nicht-formaler Weiterbildung in dünn besiedelten Gebieten konnten signifikant gesteigert werden, von 35,7 % laut AES 2007 auf 44%.

Von daher dürften diese Ergebnisse auch die Europäische Kommission freuen. Im Rahmen der Stratgie "Education and Training 2020" der EU sollen im EU-Durchschnitt 15% aller Erwachsenen am Lebenslangen Lernen teilhaben. Man scheint auf einem guten Weg. Da sich die Grundgesamtheit des AES allerdings nur die 20-65jährigen einschließt sind vorschnelle Schlüsse zu vermeiden.

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