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Multiprofessionelle und multiinstitutionelle Zusammenarbeit in der VHS Landkreis Haßberge

16/12/2019
от Sabina Selimhanova
Език: DE

Lesedauer circa vier Minuten - Lesen, liken und kommentieren!

Ein Blogbeitrag von Anna Gerhardy und Sabina Selimhanova


Multivitaminsaft, Multikulti, Multitasking, Multimilliardär, Multimedia. Multi = mehr, Multi = besser? Multi als Präfix verspricht eine schnelle und kompakte Lösung, quasi eine Universalllösung für vielfältige Herausforderungen. Nun also auch Multiinstitutionalität und Multiprofessionalität. Doch was steckt dahinter?

Ein Blick in die Literatur verschafft Klarheit. Bei Multiprofessionalität handelt es sich um die koordinierte Zusammenarbeit unterschiedlicher Berufsgruppen. Die Multiprofessionalität soll eine praktische Verwirklichung vom ganzheitlichen Denken ermöglichen. Bei der Multiinstitutionalität handelt es sich um die Vernetzung mit unterschiedlichsten Kooperationspartnern, um somit eine effizientere Umsetzung diverser Bildungsangebote zu ermöglichen. Holger Weiniger – Leiter der Volkshochschule Haßberge – befasste sich im Rahmen des Bamberger Forums mit eben diesem Thema. Als veranschaulichendes Beispiel multiprofessioneller und multiinstitutioneller Zusammenarbeit diente das Umweltbildungszentrum (UBiZ).

Die vhs Landkreis Haßberge

Volkshochschulen gelten als Knotenpunkt multiinstitutioneller und multiprofessioneller Zusammenarbeit in der Erwachsenenbildung. Der sich mit dieser Thematik auseinandersetzende Vortrag wurde mit einer geografischen Einordnung des Landkreises Haßberge eingeleitet. Dadurch zeigte sich eine mögliche standortbedingte Schwierigkeit, die im weiteren Verlauf beleuchtet wird.

Anschließend stellte Holger Weininger die Volkshochschule vor: die Zentrale in Haßfurt mit ihren 21 Außenstellen, das Umweltbildungszentrum UBiZ in Oberschleichach und das zak–Projekt bieten vielfältige Möglichkeiten und Angebote im gesamten Landkreis.

Die Kursleiter*innen in Volkshochschulen sind zum einen hauptamtliche Pädagog*innen und zum anderen freiberufliche Kursleiter*innen. Die vhs intendiert die Entwicklung und anschließende Umsetzung zielgruppenadäquater Bildungsangebote. Die Lehrthemen stammen in der Regel aus den Bereichen Kunst, Kultur, Politik und Gesundheitswesen. Dafür sind vielfältige Kooperationspartner von immenser Bedeutung.

UBiZ

Bei dem Umweltbildungszentrum (UBiZ) handelt es sich um eine Einrichtung der vhs Landkreis Haßberge, die vom Landkreis Haßberge, der Gemeinde Oberaurach, dem Bayerischen Volkshochschulverband sowie als staatlich anerkannte Umweltstation vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz finanziell gefördert wird.

Des Weiteren verfügt das UBiZ über eine Umweltbücherei mit beinahe 4.000 Medien. Das Haus steht anderen Institutionen, Vereinen, Verbänden, die ähnliche Interessen und Ziele verfolgen, als Tagungsort zur Verfügung. Außerdem gibt es einen Lehrgarten mit Aktionsfläche sowie eine Sommerküche.

Das UbiZ bietet Veranstaltungen im Bereich "Mensch-Natur-Umwelt" für verschiedene Zielgruppen an.  Der Themenschwerpunkt liegt auf der Bildung nachhaltiger Entwicklung (BNE). Wanderungen, Naturerlebnisveranstaltungen und Kreativ-Workshops, Seminare und Vorträge zum Thema Nachhaltigkeit, Gesundheit, Ökologisches Bauen und Wohnen, zur Nutzung Erneuerbarer Energien sowie zum naturnahen Gärtnern sind weitere Inhalte des UbiZ.

Am Beispiel des UBiZ wird sichtbar, wie die Initiierung und Entwicklung von multiinstitutionellen Netzwerken und Kooperationen in der Praxis umgesetzt werden.

Das UbiZ und seine Kooperationspartner

Das UbiZ kooperiert u.a. mit dem Landkreis Haßberge. Hierbei handelt es sich um die Körperschaft öffentlichen Rechts mit regionaler Zuständigkeit. Die Angestellten teilen sich in festangestelltes Fach- und Verwaltungspersonal mit ausdifferenzierten Verantwortungsbereichen auf. Die Kooperation wird durch regelmäßiges Reporting zur inhaltlichen und wirtschaftlichen Entwicklung des UBiZ sowie durch Planungsgespräche vollzogen. Der Landkreis Haßberge hat zum Ziel, das Angebot an BNE-Themen für die Bevölkerung verfügbar zu machen, das heißt kommunale Daseinsvorsorge zu leisten. Dies soll mit Hilfe finanzieller und verwaltungstechnischer Unterstützung geschehen.

Als ein weiteres Beispiel der Kooperationspartnerschaft treten freiberufliche Kursleitungen auf. Das sind meist haupt- oder nebenberufliche Freelancer mit hohem fachlichen Spezialisierungsgrad. Eine Schwierigkeit in dieser Kooperation ist die Planung und Absprache, da die Freelancer wechselnde Arbeitsstellen an verschiedenen Orten haben, dementsprechend eng sind die zeitlichen Korridore. Zielsetzung dieser Zusammenarbeit ist Wissens- und Know-How Vermittlung sowie der fachliche Austausch.

Multinstitutionalität = Multiprobleme oder Multilösung?

Obwohl eine Vielzahl an Kooperationspartnern sehr begehrt ist, birgt die Kooperation mit einer Vielzahl an Institutionen auch seine Schwierigkeiten. Einen Partner über Jahre zu halten ist eine Herausforderung, ebenso wie der gegebenenfalls notwendige Ersatz durch einen gleichwertigen neuen Partner. Auch die Finanzierung kann nicht immer die Bedürfnisse aller Beteiligten befriedigen. Somit kommt es des Öfteren zu zeitintensiven und mühsamen Verhandlungsgesprächen.

Eine speziell das UBiZ betreffende Problematik ist seine anfangs erwähnte Lage. Durch den abgelegenen Standort hat das UbiZ nicht die gleichen Kooperationsvoraussetzungen und -möglichkeiten wie beispielsweise ein ähnliches Zentrum in einer Großstadt.

Am Beispiel der vhs Landkreis Haßberge wird deutlich, dass multiprofessionelle und multiinstitutionelle Zusammenarbeit in der Praxis durchaus umsetzbar ist. Allerdings bringt „Multikooperation“ auch „Multiprobleme“ mit sich. Diese nimmt man jedoch in Kauf - sei es wegen der tatsächlichen Vorteile oder des verlockend klingenden „Multi“.


Lesen Sie auch die Blogbeiträge zu den anderen Arbeitsgruppen auf dem III. Bamberger Forum für Erwachsenen- und Weiterbildung 2019.
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