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Sie wollen den vorzeitigen Bildungsabbruch bekämpfen? Dann brauchen Sie das neue Toolkit des Cedefop!

28/08/2019
от Andrew McCoshan
Език: DE
Document available also in: EN RO HR PL HU EL CS

Lesedauer circa sechs Minuten - Lesen, liken und kommentieren!

Originalsprache: Englisch


/en/file/cedefop-tool-vet-education-leavers-1Cedefop tool VET education leavers

Cedefop tool VET education leavers

EPALE-Themenkoordinator Andrew McCoshan hat Irene Psifidou, Expertin des Cedefop, zum aktualisierten und überarbeiteten Toolkit interviewt, mit dem die Interessenträger bei der Bekämpfung des vorzeitigen Bildungsabbruchs unterstützt werden sollen.

 

Warum ein Tookit zur Bekämpfung des vorzeitigen Bildungsabbruchs?

Der vorzeitige Bildungsabbruch ist ein zentrales Problem in Europa. Obwohl die Anzahl der Jugendlichen, die höchstens die Sekundarstufe I abgeschlossen haben, erfolgreich gesenkt werden konnte, bricht trotzdem noch jede*r Zehnte die Schule ab, – und mancherorts ist die Abbrecherquote noch viel höher. Bei Schulabbrecher*innen ist das Risiko der sozialen Ausgrenzung sehr hoch.

Die Abteilung für Ausbildung und Beschäftigungsfähigkeit des Cedefop, beschäftigt sich mit den Bereichen Bekämpfung des vorzeitigen Bildungsabbruchs und Berufsbildung zwecks Integration in den Arbeitsmarkt. Seit 2010 befasst man sich dort mit einer Reihe von Aktivitäten, mit denen die Europäische Kommission und die EU-Mitgliedstaaten beim Erreichen ihres strategischen Ziels, die Abbrecherquoten bis 2020 um 10 % zu senken, unterstützt werden sollen.

2013 haben wir ein Expertenteam zusammengestellt und eine dreijährige Forschungsstudie in Auftrag gegeben, um Umfang und Ursachen des vorzeitigen Bildungsabbruchs zu ergründen und zu überlegen, wie er bekämpft werden kann. Zur praktischen Unterstützung von Praxisfachleuten und politischen Entscheidungsträgern haben wir im Mai 2017 das Toolkit zur Bekämpfung des vorzeitigen (Berufs-)bildungsabbruchs veröffentlicht. Das Toolkit wurde konzipiert, um:

  • bildungsabbruchgefährdeten jungen Menschen Hilfestellung zu geben, damit sie ihre (Berufs-)bildung fortsetzen und eine Qualifikation erreichen,
  • Bildungsabbrecher*innen die Wiedereingliederung in die allgemeine oder berufliche Bildung sowie in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. 

Warum wurde das Toolkit überarbeitet?

Seit dem Start des Toolkits haben wir dessen Benutzerfreundlichkeit weiter verbessert, seine Ressourcen um weitere Daten, Maßnahmen, empfehlenswerte Verfahrensweisen, Tipps und Tools ergänzt, um die Politikgestaltung, Umsetzung und Evaluierung des vorzeitigen Bildungsabbruchs zu unterstützen. Diese verbesserte neue Version wurde im Mai 2019 bei unserem Politikforum in Brüssel veröffentlicht, das wir gemeinsam mit der Plattform für Lebenslanges Lernen im Rahmen der Ratspräsidentschaft Rumäniens organisiert haben. 

Für wen ist das Toolkit gedacht?

Ziel des Toolkits ist es, Praxisfachleuten der Berufsbildung sowie politischen Entscheidungsträgern dabei zu helfen, den vorzeitigen Bildungsabbruch in jeder Phase zu bekämpfen, von der Erkennung gefährdeter Lernender und der Überwachung der Bildungsabbrecher*innen über die Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zu deren Unterstützung bis hin zur Bewertung der Maßnahmen zur Förderung besserer Bildungsangebote.

Die Phasen, in denen das Toolkit den Nutzer*innen helfen kann

/en/file/cedefop-tool-vet-education-leaversCedefop tool VET education leavers

Cedefop tool VET education leavers

 

Nützlich ist das Toolkit für Mitarbeiter*innen von Ministerien, berufsbildenden Schulen, Unternehmen, Beratungszentren, öffentlichen Arbeitsverwaltungen, sozialen Diensten oder Jugendorganisationen.

 

Wie lässt sich das Toolkit nutzen?

Das Toolkit enthält Ressourcen aus allen Ländern Europas, die genutzt werden können, um:

  • die Reflexion und den Dialog zwischen politischen Entscheidungsträgern und Praxisfachleuten über aktuelle Strategien zur Bekämpfung des vorzeitigen Abbruchs der allgemeinen oder beruflichen Bildung zu fördern,
  • Entscheidungsprozesse durch die Entwicklung von Aktionsplänen zu fördern, die sich an Hinweisen des Toolkits, Tipps und empfehlenswerten Verfahrensweisen orientieren. 

Das Cedefop schlägt auf seiner Website eine Reihe von Aktivitäten vor, bei denen das Toolkit verwendet werden kann.

 

„Es gibt ein breites Angebot an Dokumenten, die frei heruntergeladen und in Workshops, Schulungen und bei sonstigen Veranstaltungen verwendet werden können.“

Was macht dieses Toolkit Ihrer Ansicht nach innovativ?

Es weist viele innovative Aspekte auf. Einer davon ist sein hohes Maß an Interaktivität. Die Nutzer*innen können ihre empfehlenswerten Verfahrensweisen oder Tools hochladen. Sie können Blog-Artikel vorschlagen, über 200 Ressourcen an empfehlenswerten Verfahrensweisen, Veröffentlichungen, Tools, Statistiken und schnellen Nutzeffekten anhand verschiedener Variablen durchsuchen, um auf den jeweiligen Bedarf zugeschnittene Ergebnisse zu erhalten. Sie können interaktive Tools wie das Selbstreflexionstool für politische Entscheidungsträger nutzen, um sofort Ergebnisse zu erzielen. Sie können Evaluierungspläne und Leitlinien herunterladen und ausfüllen, um ihre Verfahrensweisen zu beobachten und zu evaluieren. Außerdem können sie eine Mitgliedschaft bei der Online-Praxisgemeinschaft des Cedefop beantragen und zu so genannten „Botschafter*innen“ für die Bekämpfung des vorzeitigen Bildungsabbruchs werden.

 

Worum geht es bei der Online-Community?

Über 60 Botschafter*innen aus 18 Ländern beteiligen sich aktiv an Online-Diskussionen, übermitteln neue empfehlenswerte Verfahrensweisen, liefern Feedback zum Nutzen des Toolkits und tragen zu seiner Weiterentwicklung bei. Sie dienen als Ressourcennetzwerk für Fachkenntnisse über die Bekämpfung des vorzeitigen Bildungsabbruchs. Die Community wächst immer weiter und wird bald alle EU- und Kandidatenländer umfassen.

 

Gibt es ein spezielles Tool für Anbieter?

Ja, es gibt ein Reflexionstool für Berufsbildungsanbieter. Dieses Tool beinhaltet konkrete Schritte, anhand derer die Anbieter die aktuellen Muster des vorzeitigen Bildungsabbruchs nachvollziehen, die Maßnahmen zu dessen Bekämpfung analysieren und einen Aktionsplan zur Verbesserung der institutionellen Herangehensweise entwickeln können. Dabei werden anregende Fragen gestellt und ein Screening-Tool angeboten, um die aktuelle institutionelle Herangehensweise bei der Bekämpfung des vorzeitigen Bildungsabbruchs zu beurteilen. Ferner beinhaltet es eine Mustervorlage für den Aktionsplan, die im Rahmen einer Einzel- oder Gruppenübung verwendet werden kann.

Des Weiteren gibt es einen Evaluierungsplan für die Beobachtung und Evaluierung konkreter Strategien und Maßnahmen, der von Bildungsanbietern verwendet werden soll, die keine Fachleute im Bereich Evaluierung sind. Der Plan kann auch bei der Entwicklung des jeweiligen Beobachtungs- und Evaluierungskonzepts genutzt werden.

Wie erfolgreich ist das Toolkit bis jetzt gewesen und warum?

Das Toolkit wurde bereits von mehreren tausend Personen verwendet, die es als sehr nützlich bewertet haben. Dies ist meines Erachtens auf seine hohe Relevanz für die Nutzer*innen und seine Benutzerfreundlichkeit zurückzuführen, die auf dem partizipativen Konzept des Cedefop beruht, das politische Entscheidungsträger und Berufsbildungsanbieter in ganz Europa mit einbezieht.

Wie wird sich das Toolkit ihrer Meinung nach weiterentwickeln?

Unser Ziel ist es, das Toolkit mit praktischen, nutzerrelevanten Tools systematisch zu erweitern. Zusätzlich möchten wir es auch auf weitere gefährdete Gruppen ausrichten. 2020 wollen wir ein ähnliches Toolkit für NEET-Jugendliche und geringqualifizierte Erwachsene veröffentlichen.

 „Unsere Vision ist die Entwicklung einer einzigen Anlaufstelle für Online-Ressourcen zur Berufsbildung zwecks sozialer Inklusion und Integration in den Arbeitsmarkt.“

Mit solchen Ressourcen werden wir den Ländern zusätzliche Unterstützung bei der Bekämpfung des vorzeitigen Bildungsabbruchs, der Erhöhung der Beschäftigungsquoten bei Jugendlichen und der Umsetzung der Weiterbildungspfade bieten.


Über die Autorin: Irene Psifidou hat das „Toolkit zur Bekämpfung des vorzeitigen Bildungsabbruchs“ des Cedefop ausgearbeitet. Sie leitet die auf soziale Inklusion und Integration auf dem Arbeitsmarkt ausgerichtete Berufsbildungsarbeit des Cedefop und ist seit über 16 Jahren als Expertin für Bildungs- und Ausbildungsstrategien auf europäischer und internationaler Ebene tätig.

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  • снимка на Teodor GHITESCU
    Cauza fundamentala  a părăsirii timpurii a școlii precum și apariția categoriilor sociale defavorizate este guvernarea capitalistă, care îmbogățește continuu câteva  grupuri de persoane privilegiate și sărăcește continuu majoritatea populației până la limita de supraviețuire.
    Legalizarea șomajului și migrația economică sau socială (ca urmare conflictelor militare susținute de companiile transnaționale, prin statele liberale obediente) este o alta sursă generatoare de categorii defavorizate și o cauză a părăsirii timpurii a școlii.
    În concluzie, singura soluție pentru intrarea în normalitate educațională, economică și socială, este eliminarea cauzei, nu acțiuni asupra efectelor așa cum sunt cele propuse prin „instrumentele” de la Cedefop!
    Educația ar trebui sa-și schimbe radical conținuturile și obiectivele, spre dezvoltare durabilă și echitate socioeconomică, altfel consumă inutil resurse materiale, umane, energetice și informaționale, producând manipulare intelectuală în loc de productivitate în muncă și bunăstare.
    Iată o cale de reorientare a educației, în general și a celei pentru dispariția categoriilor defavorizate: 
  • снимка на Andrew McCoshan
    Thank you, it’s good to have your inputs. Personally, I wouldn’t contradict your arguments. On a practical level, however, we need to tackle the causes for the sake of future generations as well as tackling the effects, through measures like this toolkit, for people who have already been affected by negative school experiences and other factors. In short, we need both.